Herkunft: Anden - Südamerika/Bolivien, Chile und Peru
Physiologische Daten: Körperlänge: 25-35 cm Schwanzlänge: 15-20 cm Gewicht: 400-600 g Atemfrequenz: 80-120 pro Minute Pulsfrequenz: 200-240 pro Minute Lebenserwartung: bis zu 20 Jahre Geschlechtsreife: mit 4-6 Monaten Trächtigkeitsdauer: 111 Tage Anzahl der (möglichen) Jungen pro Wurf: 1-6 (Nestflüchter voll behaart und Zähne vorh.) Anzahl der Würfe pro Jahr: bis zu 3 Trennung von der Mutter: ab der 12. Lebenswoche Babys sind idealstenfalls ab der 12. Lebenswoche und einem Mindestgewicht von 250 Gramm abgabebereit Besonderheit: Koprophagen d.h. Blinddarmkotfresser zur Vitaminversorgung
Haltung: Mindestens Paarweise und gleichgeschlechtlich gegen unerwünschten Nachwuchs; 2 Weibchen oder 2 Böckchen, Geschwisterpärchen gleichen Geschlechtes am besten geeignet
Käfig: Lt. Kundmachung des Veterinäramtes der Stadt Wien als auch nach dem TsG, 1m² Boden-Grundfläche und 100cm nicht übersteigender Käfighöhe um die Verletzungsgefahr bei evtl. Stürzen einzuschränken. Jeder Käfig mit größerer Grundfläche ist umso besser! Das Gitter sollte verzinkt und nicht lackiert sein, da Chinchillas den Lack abnagen und dadurch erkranken können.
Käfigeinrichtung: Sitzbretter und Sitzäste (Apfel, Birne, Weide, Birke oder Haselnuß, alles andere ist giftig für Chinchillas), pro Chinchilla ein Schlafhäuschen, Heuraufe, nagefeste Futterschüssel, Sandwanne mit speziellem Chinchillasand/Attapulgus (kein Quarzsand welcher am glitzern zu erkennen ist, Quarzsand schädigt das Fell da er zu scharfkantig ist), Nagestein (am günstigsten und idealsten Yton aus dem Bauhandel, da keine schädlichen Gemüse oder Kräuterzusätze enthalten sind), Salzstein (kann jedoch entfallen, da im Wasser Salze und Mineralien enthalten sind und übermäßige Zufuhr von Salzen Verdauungsstörungen auslösen können, sowie Leberschäden verursachen können), Trinkflasche mit täglich frischem Wasser, evtl. Tonröhre, oder Korkröhre, Einstreu aus Hobelspäne, KEIN STROH!!!
Käfigstandort: In einem hellen Zimmer, nicht am Fenster wegen Überhitzung im Sommer! Der beste Platz ist eine Zimmerecke welche von Zugluft geschützt ist! Schlafzimmer ungeeignet, da Chinchillas nachtaktiv sind und in der Wachphase ihren Nagetrieb lautstark ausüben. Kinderzimmer ungeeignet, da Kinder ihren Schlaf nachts brauchen und die Chinchillas ihre Schlafphase tagsüber haben und wie Kinder beim Schlafen nicht gestört werden dürfen!
Bewegungsdrang: Da Chinchillas einen hohen Bewegungsdrang haben, soll diesem täglich ab 30 Minuten aufwärts, durch Freilauf in der Wohnung, zugestanden werden! Der Freilauf findet in der Wohnung statt, in einem Zimmer in welchem Kabel Leicht verräumt werden können, möglichst keine Pflanzen stehen und keine Behältnisse mit Wasser stehen - weiters ist der Freilauf nur unter strenger Aufsicht zu gestatten um bei möglichen Unfällen sofort zur Stelle zu sein!
Artgerechte Ernährung: Wasser, eigene CHINCHILLA-Pellets und Heu Alles Andere sind Zugaben in Form von Leckerchen, welche NICHT zur Ernährung zählen und nur in konsequenten KLEINSTMENGEN zu reichen sind, da das Verdauungssystem er Chinchillas auf karge, proteinarme und rohfaserreiche Ernährung ausgelegt und leicht negativ beeinflussbar ist.
Als Leckereien zählen, Hagebutte getrocknet 1 Stückchen pro Tag ODER, Mariendistel (Pflanze nicht die Samen) getrocknet uneingeschränkt ODER ein Rädchen getrockneter Apfel jeden zweiten Tag ODER ein 8tel frischer Apfel 2x die Woche, je nach Verträglichkeit des Chinchillas auf Apfel, da nicht alle Chinchillas frischen Apfel vertragen! Dieses Angebot an Leckereien ist nicht zu mischen! Nüsse, Rosinen, Saatkerne, Getreide ist strikt abzulehnen, da alles reines Fett oder Zucker ist und den Tieren schaden zufügt! Gefüttert soll in den frühen Abendstunden, zu Beginn der Wach-/Aktivphase werden. Pellets, Heu und Wasser sollen stets uneingeschränkt, also auch tagsüber zur Verfügung stehen! Hasen-, Hamster-, Meerschweinchenfutter ist strikt abzulehnen, da dies NICHT für Chinchillas geeignet ist und zu hohen Proteingehalt hat! NIE Gemüse oder Obst (außer Apfel, entweder ein kleines Stückchen frisch, oder ein Rädchen getrocknet). Frisches Gras soll vermieden werden, da es Blähungen verursacht!
Pflege: täglich: auf den Boden gefallenes Heu aus dem Käfig sammeln, Wasserflasche reinigen und befüllen, füttern Sitzbretter abkehren oder absaugen, durch Urin verschmutzte Einstreu ersetzen, Sand aussieben ggf. ersetzen Auslauf, Kontrolle des Kotes auf Durchfall oder Verstopfung, Gesamterscheinungsbild der Tiere überprüfen
Chinchillas, auch in Gefangenschaft geboren, sind und bleiben Wildtiere, für Kleinkinder nicht als Haustiere geeignet und auch in Gruppenhaltung leicht als handzahme Haustiere zu gewinnen, jedoch NICHT dressier-, erzieh oder abrichtbar!
Das Heben und Halten von Chinchillas erfolgt mit BEIDEN Händen und das Fangen am Schwanz (kann abreißen), oder in der Nackenfalte zu unterlassen.
Sollte das Chinchilla apathisch wirken, Freßunlust zeigen, oder andere Hinweise auf Krankheiten aufweisen, dann SOFORT den Tierarzt aufsuchen, anderenfalls kann Hilfe schon zu spät sein, da Chinchillas erst bei fortgeschrittener Erkrankung Symptome zeigen!
Das Chinchilla Artgerechte Fütterung und Haltung ist der Grundstein für ein langes Chinchillaleben und viel Freude an den Tieren!